MBSR = Stressbewältigung durch Achtsamkeit
Was bedeutet MBSR?
MBSR (Mindfulness Based Stress Reduction), zu deutsch Stressbewältigung durch Achtsamkeit, ist ein achtwöchiger Kurs, in dem man lernen kann, den Herausforderungen des Alltags mit mehr Gelassenheit zu begegnen. Es ist eine ganzheitliche Methode, die ruhige und bewegte Achtsamkeitsübungen mit Elementen aus Yoga und Meditation verbindet - jenseits von Religion und Weltanschauung. Dazu kommt die Beschäftigung mit Erkenntnissen aus Psychologie und Stressforschung. Es ist ein Trainingsprogramm für den Geist und den Körper, das einiges an Übung erfordert, doch mit regelmäßiger Anwendung kann man seinen Umgang mit Stress, Nervosität oder Angst verbessern und zu mehr Klarheit und Gelassenheit finden.
Die Methode MBSR
Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist negativer Stress eine der größten Gesundheitsgefahren des 21. Jahrhunderts. Er ist mitverantwortlich für zahlreiche körperliche und seelische Krankheiten wie Schlaflosigkeit, Nervosität und weitere psychosomatische Erkrankungen bis hin zum Burnout. Das MBSR-Programm bietet eine wirksame, wissenschaftlich erforschte Methode zum Umgang mit Stress. Achtsamkeit (Mindfulness), vor allem in der Methode MBSR, gilt laut Deutschem Ärzteblatt (9/2005) als bedeutende „therapeutische Neukonzeption“ im Umgang mit den Folgen von negativem Stress.
Entstehung
Mindfulness Based Stress Reduction (MBSR), wurde Ende der Siebziger Jahre vom amerikanischen Molekularbiologen Prof. Jon Kabat-Zinn in seiner Stress Reduction Clinic in Massachusetts in den USA entwickelt. Er kombinierte Achtsamkeitsmeditation und Körperübungen mit Erkenntnissen aus der Stressforschung um Menschen zu helfen, besser mit Stress, Angst und Krankheiten umgehen zu können. Ihm ist es als Erstem gelungen, die Achtsamkeitspraxis (MBSR) systematisch in die medizinische Betreuung zu integrieren. Seitdem haben sich viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit den deutlich nachweisbaren positiven Wirkungen auf Körper und Geist beschäftigt. MBSR wird weltweit unterrichtet, ist allgemein als Stressprävention anerkannt und wird auch in Kliniken angewendet. Das MBSR-Programm beschreibt Jon Kabat-Zinn ausführlich unter anderem in seinem Buch "Gesund durch Meditation“.
Mehr als Entspannung
Auch wenn viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer rasch von angenehmer Entspannung berichten, die sie vom Alltagsstress "herunterkommen" lassen, ist MBSR deutlich mehr als ein Relaxprogramm. Wer sich auf die regelmäßigen Übungen während der acht Wochen Kursdauer einlässt, kann lernen, sich nicht nur vom Stress zu erholen, sondern ihm auf neue Art und Weise zu begegnen und resilienter zu werden: Wach und präsent im Alltag zu sein und bewusst zu reagieren, anstatt alten Mustern und Grübeleien ausgeliefert zu sein.
Im MBSR-Kurs lernt man achtsamer zu sein
Achtsamkeit ist die ruhige und gelassene Haltung, bei der wir mit der Aufmerksamkeit im Hier und Jetzt sind. Ziel des MBSR-Kurses ist es, Achtsamkeit zu erlernen um präsent und wach zu sein – das kann der Beginn einer langen Freundschaft mit uns selbst sein. Denn oftmals haben wir den Kontakt zu uns selbst und die Verbundenheit mit unseren Mitmenschen verloren. Wie oft funktionieren wir wie im Autopilot-Modus: Wir gehen unseren Tätigkeiten nach, begegnen Menschen oder legen Wege zurück, ohne dass wir uns hinterher erinnern, wie es wirklich war. Vor allem in stressigen Situationen haben wir häufig kaum noch Kontakt zu unseren Körperwahrnehmungen und schalten um auf Tunnelblick und Überlebensmodus. Dabei ist unser Verhalten oft geprägt von gewohnten Denkmustern, die beispielsweise aus der Kindheit stammen oder von vorgefassten Urteilen und Meinungen, die längst überholt sind. Achtsamkeit kann uns helfen, ins Hier und Jetzt zurückzufinden, uns selbst besser zu spüren, mit Neugier und Freundlichkeit auf uns und die Welt zu schauen und in unserem Körper zuhause zu sein.